JOHN STARDUCK

Zeichentrickfiguren „made in Graz"

Ein hochinteressantes Mitglied im Netzwerk der Creative Industries Styria ist Florian Satzinger, der als Character Designer von Graz aus bereits für Walt Disney und Warner Bros gearbeitet hat. Eine von Satzingers Kurzgeschichten wurde verfilmt.

Von Graz aus weltweit tätig


„Durch das Internet ist man heute ortsunabhängig“, begründet Florian Satzinger, warum er in Graz arbeitet, obwohl seine Kunden größtenteils aus dem Ausland stammen. Mit der virtuellen Arbeit alleine sei es aber natürlich nicht abgetan: „Man muss seinen Kunden auch in die Augen schauen“, ist Satzinger überzeugt. Er ist daher regelmäßig auf Messen und im Creative Talent Network (Künstler-Community im Character Design) präsent. Zu seinen bisherigen Kunden zählen Walt Disney und Warner Bros (Looney Tunes, Pinky & Brain), Bahlsen, Telekom Austria, Ankama Group, SAT1 oder Red Bull (Medienanwendungen für Fernsehen). Satzinger unterrichtet außerdem an der FH Salzburg Analoge Animation, Animationsgeschichte und Medienanalyse und ist Gastlektor für Character Design am VIA University College (Viborg, Dänemark).

 

Die Kurzgeschichte JOHN STARDUCK wurde von den französischen Tigobo Animation Studios verfilmt, Satzinger war dabei Art Director und Regisseur. Die Pre-Production Artwork wurde  im April 2013 in einer Ausstellung am Graphic Art Museum in Angouleme präsentiert, gefolgt von Präsentationen in Los Angeles, Annecy und am Cartoon Forum in Toulouse.

Vorgehensweise beim Character Design

Nachdem der Kunde im Briefing erläutert, was die Figur darstellen soll, sucht Satzinger erste Ideen. „Da entsteht erst einmal eine Silhouette im Kopf, der ich dann folge“, erläutert der Character Designer. Danach zeichnet er die Figur am Computer. Die Animation der Zeichnungen übernehmen in weiterer Folge die 3D-Grafiker. „So wie ein Architekt den Plan für das Bauunternehmen zeichnet, zeichne ich die Pläne für die 3D-Grafiker“, sagt Satzinger. Die Vorgaben des Kunden müssen natürlich eingehalten werden, dennoch versucht Satzinger, seinen eigenen Stil zu bedienen. Satzinger: „Das ist ein bisschen zu meiner Trademark geworden. Die Leute die mich beauftragen kommen ganz gezielt wegen meines deutlichen Stils. Ich versuche, innerhalb meines Stils neue Figuren zu entwickeln.“ Inspirationsquellen sind u.a. zeitgenössische Künstler wie Erich Wurm. „Das hat zwar nicht ursächlich mit meiner Arbeit zu tun, regt aber an“.

Der gebürtige Grazer war erst als Illustrator tätig. Dabei erkannte er, dass er sehr gut darin ist, sich immer wieder etwas Neues auszudenken, Figuren neu zu zeichnen und zu interpretieren. Diese Eigenschaft ist ideal für die Arbeit in einem Filmstudio, wenn es darum geht, bestehende Figuren umzuarbeiten oder neue zu kreieren. Daraufhin absolvierte Satzinger ein Trickfilm-Studium in Vancouver, Kanada und gründete 1995 gemeinsam mit Nils Homann Hardenberg das Label Satzinger & Hardenberg. 2009 gewann Satzinger den Nemoland-Award für Character Design in Florenz.

www.satzingerhardenberg.com

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